Geomonitoring als System: Warum wir die Rolle des Systemlieferanten übernehmen

Vermessungsingenieur mit Totalstation im Tunnelrohbau – der Fachmann steht in Warnweste und Helm im beleuchteten Tunnelinneren und führt geodätische Messungen durch.

Geomonitoring ist längst kein Nischenthema mehr. Bei Fachveranstaltungen sehe ich es an immer mehr Ständen, immer mehr Anbieter werben damit. Das ist grundsätzlich eine gute Entwicklung, aber es zeigt auch ein Problem: Viele unterschätzen, was Bauwerksmonitoring in der Praxis wirklich bedeutet.

Denn Geomonitoring ist kein Produkt, das man kauft und anschließt. Es ist ein System. Und dieses System funktioniert nur, wenn jemand es versteht, konfiguriert und betreut. Genau deshalb haben wir bei intermetric eine klare Position eingenommen: Wir sind Systemlieferant.

Was ist Geomonitoring eigentlich?

Im Kern geht es um die längerfristige Überwachung von Bauwerken, Gebäuden oder Infrastruktur, oft über Monate oder Jahre. Typischerweise sind diese Objekte einer gewissen Gefährdung ausgesetzt: durch benachbarte Bauarbeiten, durch geologische Veränderungen, durch Eingriffe in den Untergrund.

Was viele nicht wissen: Geomonitoring beginnt nicht mit Sensoren. Es beginnt mit einer Gefährdungsbeurteilung. Woher kommen die Risiken? Welche Bewegungen sind kritisch? Erst aus diesen Fragen entwickeln sich die Maßnahmen, und erst dann kommt die Technik ins Spiel.

Warum Standardlösungen oft nicht reichen

Ja, es gibt ausgereifte Systeme großer Hersteller wie Trimble oder Leica. Diese Systeme können viel, aber sie sind eben fertige Produkte. Und kein Monitoringprojekt gleicht dem anderen.

Es macht einen Unterschied, ob ich in der Düsseldorfer Innenstadt arbeite oder im Stuttgarter Hauptbahnhof, ob ich ein Tunnelsystem überwache oder eine Bahnstrecke. Selbst bei Bahnprojekten ist es relevant, ob ich längs oder quer zur Strecke mein Baufeld habe, ob es eine einfache oder mehrgleisige Strecke ist. Je genauer man hinschaut, desto mehr Unterschiede findet man, auch bei Projekten, die auf den ersten Blick ähnlich wirken.

Diese Konfigurationsarbeit unterschätzen viele. Standardsysteme liefern eine Basis, aber die richtige Anwendung ist die eigentliche Herausforderung. Und dafür braucht es Ingenieurerfahrung.

Was uns als Systemlieferanten auszeichnet

Große Brückenbaustelle mit mehreren Baukränen im Morgennebel – ein typisches Infrastrukturprojekt, bei dem Geomonitoring die Bauwerksüberwachung während der gesamten Bauphase sicherstellt.

Systemlieferant zu sein, bedeutet für uns, das gesamte Monitoring zu verantworten: von der Konzeption über den Aufbau bis zum laufenden Betrieb. Das umfasst die Beratung bei der Gefährdungsbeurteilung, die Auswahl und Lieferung der Sensorik, den physischen Aufbau vor Ort und die komplette Systemkonfiguration mit Alarmwerten, Alarmketten, Datenaufbereitung und Visualisierung.

Besonders wichtig ist die automatisierte Auswertung. Bei Bahnprojekten etwa müssen wir die Richtlinie 883.8X00 der Deutschen Bahn abbilden, mit ihren verschiedenen Auswertungsstufen. Das kann man nicht von Hand rechnen, jedenfalls nicht im Messintervall von einer Viertelstunde. Es muss vollautomatisiert in der Software passieren. Und ehrlich gesagt: Ich kenne kein System außer unserem, das diese Anforderungen wirklich erfüllt.

Im Betrieb schauen wir täglich auf alle Systeme. Es gibt zwei Arten von Meldungen: erstens die eigentlichen Alarme, also wenn eine Deformation größer ist, als erwartet. Und zweitens die Systemmeldungen, also ob die Technik funktioniert. Ist der Strom da? Ist ein Prisma verrutscht? Die zweite Kategorie interessiert den Endkunden meist gar nicht. Er will nur, dass es läuft und zuverlässige Informationen liefert. Aber genau das müssen wir sicherstellen.

Partnerschaft statt Konkurrenz: unser Modell für Ingenieurbüros

Wir haben weder das Interesse noch die Kapazität, alle Monitoringprojekte in Deutschland selbst zu bedienen. Aber wir haben die Erfahrung. Und es gibt viele gute Ingenieurbüros, die genau diese Erfahrung brauchen, weil sie Kundenbeziehungen haben, aber nicht die Infrastruktur für komplexes Bauwerksmonitoring.

Unser Modell ist einfach: Wir stehen im Hintergrund. Das Ingenieurbüro behält seine Kundenbeziehung, betreut das Projekt vor Ort, übernimmt die Wartungsarbeiten. Wir liefern das System, die Konfiguration, die Überwachung, die Expertise. Wenn gewünscht, gehen wir auch mit in Besprechungen, aber die Beratung macht idealerweise der Partner.

Das hat auch wirtschaftliche Vorteile: Ein Tachymeter kostet so viel wie ein Mittelklassewagen. Bei mittleren Projekten braucht man zwei, drei, vier davon. Für ein Ingenieurbüro ist das eine erhebliche Investition und nach Projektende sollten die Instrumente nicht ungenutzt herumstehen. Wir hingegen setzen sie im nächsten Projekt ein. Deshalb bieten wir flexible Modelle: kaufen, mieten oder im Rahmen eines Partnerprojekts betreiben.

Bewährt in der Praxis

Trimble GEDO CE Gleismesssystem im nächtlichen Einsatz auf einer Bahnbaustelle – das Messgerät steht mittig zwischen den Schienen, im Hintergrund nähert sich eine beleuchtete Gleisbaumaschine.

Unser Geomonitoring-System ist über Jahre gewachsen. Es ist hoch konfigurierbar und absolut zuverlässig, getestet in Millionen von Messungen. In unserem bisher größten Geomonitoringprojekt haben wir bis zu vier Millionen Messwerte am Tag verarbeitet. Wenn das funktioniert, funktioniert es auch anderswo.

Wir haben praktisch alles schon einmal gemacht: Pegelmessungen, Druckmessdosen, Ankerkraftmessdosen, komplexe Montagesituationen. Die Expertise steckt nicht nur in der Software, sondern auch im Wissen, wie man Sensoren stabil, sicher und diebstahlgeschützt installiert.

Fazit:

Geomonitoring ist mehr als die Summe seiner Teile. Wer es als reines Produkt versteht, wird scheitern. Die eigentliche Herausforderung liegt im Management des Gesamtsystems, und dafür braucht es einen Partner, der mitdenkt.

Genau das bieten wir: Ingenieurerfahrung, Systemverständnis und die Fähigkeit, komplexe Anforderungen in stabile Lösungen zu übersetzen. Nicht als Konkurrenz zu bestehenden Kundenbeziehungen, sondern als verlässlicher Partner im Hintergrund.

Sie planen ein Monitoringprojekt und suchen einen erfahrenen Systemlieferanten? Sprechen Sie uns an, wir finden gemeinsam die passende Lösung.

Autor: Ulrich Völter – Vermessungsingenieur und Geschäftsführer der intermetric GmbH

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